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Wie viele Akustikpaneele brauche ich?

Das hängt von der Größe deines Raums, deinen Zielen und mehreren weiteren Faktoren ab. Ein wenig Ausprobieren gehört dazu, bis die Balance stimmt. Im Folgenden führen wir dich durch die wichtigsten Punkte, damit du die Ergebnisse erreichst, die du suchst.

Lebendige vs. trockene Räume

Die akustischen Eigenschaften eines Raums – also der „Klang“ des Raums – lassen sich grob als lebendig oder trocken beschreiben. Ein Raum mit vielen reflektierenden Flächen klingt eher lebendig, zum Beispiel bei gestrichenen Wänden, Holzböden oder blanken Fenstern. Er wirkt hallig und laut.

Ein trockener Raum ist das Gegenteil: Viele Flächen sind mit weichem Material bedeckt, und es gibt kaum Echo oder Nachhall.

Manchmal kann ein lebendig klingender Raum genau richtig sein – zum Beispiel eine große Kirchenhalle, in der du Drums aufnimmst und den mächtigen Raumklang mit Room-Mics einfängst. Das funktioniert aber nur, wenn der Raum selbst gut klingt. Meist ist das eher bei größeren Räumen der Fall, in denen sich der Schall entwickeln kann, oder bei Räumen mit günstig geformten Wänden.

In der modernen Musikproduktion arbeiten wir jedoch oft in kleinen, rechteckigen Räumen: Bedroom Studios, Proberäumen oder Project Studios. Genau diese Räume klingen häufig am schwierigsten. Der Nachhall im Raum ist dort oft kurz, hart und unangenehm. Wir wollen ihn nicht in den Mikrofonen einfangen – und wir wollen ihn auch nicht hören, wenn wir mischen oder abhören. Deshalb bedämpfen wir den Raum mit Akustikbehandlung gezielt ein Stück.

Hinweis: Ein komplett trockener Raum ist in der Regel weder nötig noch wünschenswert. Alles klingt dann flach und unnatürlich. Ob Recording, Mixing oder Probe: Die meisten von uns wollen den Klang nur so weit kontrollieren, dass wir zuverlässig hören und sauber aufnehmen können – ohne jede einzelne Fläche mit Akustikbehandlung zu bedecken.


Nutze deine Möbel

Studio-Equipment ist meistens nicht das Einzige im Raum – Möbel sind oft schon vorhanden oder werden sowieso gebraucht. Viele davon kannst du für einen besseren Raumklang nutzen.

Wenn dein Boden aus Holz, Beton oder einer anderen reflektierenden Oberfläche besteht, kann ein Teppich helfen, Reflexionen vom Boden zu dämpfen. Auch Fenster lassen sich mit schweren Vorhängen entschärfen.

Ein Sofa an der Rückwand kann ebenfalls einiges an Schall aufnehmen. Solche weichen Einrichtungsgegenstände dämpfen nicht alle Frequenzen gleichmäßig, helfen aber oft sehr dabei, die unangenehmsten Reflexionen zu reduzieren.

Unregelmäßige harte Oberflächen, zum Beispiel ein gut gefülltes Bücherregal, können Schall streuen. Je mehr unregelmäßige Flächen dein Raum hat, desto besser. Gerade, rechteckige Wände und Ecken sorgen oft für die schwierigste Akustik.


Zonen der Akustikbehandlung

Der Klang aus deinen Monitoren erreicht dich in mehreren Stufen.

Zuerst hörst du den Direktschall – also den unveränderten Klang, der direkt aus dem Lautsprecher kommt. Danach folgen frühe Reflexionen: Schallanteile, die an Wänden, Boden, Decke oder Tisch reflektiert werden.

Zum Schluss entsteht das Nachhallfeld. Hier interagiert der Schall komplex mit den Begrenzungen deines Raums. Besonders wichtig sind dabei Rückwand, Seitenwände, parallele Wände und Ecken.


Direktschall

Bevor der Schall im Raum reflektiert wird, hörst du an deiner Abhörposition den Direktschall. Dieser Anteil ist am wenigsten verändert.

Das Ziel ist, dass der Direktschall der dominierende Anteil bleibt – damit du an deiner Abhörposition nicht von Reflexionen überlagert wirst.


Frühe Reflexionen

Kurz nach dem Direktschall treffen die frühen Reflexionen ein. Sie entstehen zum Beispiel an den Wänden neben deinem Tisch, an der Decke über deiner Abhörposition oder am Tisch selbst – je nachdem, wie deine Lautsprecher ausgerichtet sind.

Danach folgen weitere Reflexionen, die sich im Raum zu einem komplexeren Nachhall aufbauen.

Um die frühen Reflexionspunkte zu finden, kannst du die Spiegelmethode nutzen. Setz dich an deine Abhörposition und lass eine zweite Person einen kleinen Spiegel langsam an der Seitenwand entlangführen, bis du den Lautsprecher im Spiegel sehen kannst.

An dieser Stelle sollte ein Paneel sitzen, um die frühe Reflexion zu dämpfen. Wiederhole den Vorgang anschließend auf der anderen Seitenwand.


Rückwände

In einem typischen Raum verläuft die Rückwand meist parallel zur Vorderwand. Wie oben beschrieben, können parallele Wände Flatterecho verursachen. Außerdem können dadurch stehende Wellen entstehen.

Seitenwände

Auch Seitenwände können problematisch sein, besonders in der Nähe der Rückwand, also dort, wohin deine Lautsprecher abstrahlen. Häufig werden an diesen Positionen Absorber angebracht, um Flatterecho zu reduzieren.


Miss die Reaktion deines Raums

Wir empfehlen einen möglichst systematischen Ansatz: Miss zuerst die natürliche Raumreaktion, experimentiere mit der Position der Paneele, miss erneut und passe bei Bedarf nach.

Clap IR ist ein sehr gutes kostenloses iOS-Tool, mit dem du die Raumreaktion schnell und einfach direkt mit deinem Smartphone messen kannst:

https://apps.apple.com/us/app/clapir-acoustics-measurement/id521153051

Room Acoustic Meter

Für Android-Geräte:

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.hifi_apps.ra_meter&hl=en_GB

Room EQ Wizard

Room EQ Wizard eignet sich für sehr detaillierte Messungen über den gesamten Frequenzbereich und wird mit ausführlicher Dokumentation geliefert.

https://www.roomeqwizard.com/

Beispiel 1 – Kleiner Abhörraum

Für einen durchschnittlichen Mix- oder Abhörraum empfehlen wir als grobe Orientierung, mit 4 Paneelen zu starten und zuerst die wichtigsten Reflexionspunkte zu behandeln. Danach kannst du die Raumreaktion messen und je nach Ergebnis Paneele hinzufügen oder entfernen.

Bringe ein Paneel links und eines rechts der Abhörposition an und platziere zwei weitere hinter der Abhörposition.

Beispiel 2 – Kleiner Abhörraum / zusätzliche Behandlung nötig

Manche Räume sind problematischer als andere. Auch nach der Behandlung der wichtigsten Reflexionspunkte können noch störende Reflexionen übrig bleiben. Dann kannst du zusätzliche Paneele einsetzen, um den Raum etwas weiter zu bedämpfen und eine gute Balance zu erreichen. Ein guter Startpunkt ist der Bereich hinter den Monitoren – außerdem die Decke über der Abhörposition.

Beispiel 3 – Größerer oder problematischer Mixraum

In diesem Beispiel ist der Raum nicht nur etwas größer, sondern auch schwieriger geschnitten – mit einem Fenster an einem Ende und einer L-Form. Hier sind mehr Paneele und etwas Ausprobieren nötig.

Beispiel 4 – „Live Room“ für Recording

Hier geht es um einen Raum, in dem eine Band aufnimmt und mehrere Mikrofone im Raum stehen. Der Raum wird stärker bedämpft, damit möglichst wenige unangenehme Reflexionen in die Mikrofone gelangen. In diesem Fall würden wir mehr als 50 % der verfügbaren Wandfläche abdecken.

Bassfallen

AudioSilk Paneele sind Breitbandabsorber und wirken über einen breiten Frequenzbereich. Durch hochwertige Materialien sind sie deutlich effektiver als viele ähnlich bepreiste Produkte mit vergleichbarer Materialstärke.

Wie alle Breitbandabsorber werden sie bei sehr tiefen Frequenzen weniger wirksam. Wenn dein Raum ein deutliches Bassproblem hat, empfehlen wir, zusätzlich zu unseren Paneelen separate Bassfallen einzusetzen.